Das Grundstück liegt in Berlin-Heinersdorf und umfasst eine Fläche von 1.515 m². Es ist mit einem straßenseitigen, dreigeschossigen Massivbau mit Klinkerfassade bebaut. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Fabrikgebäude aus dem Jahr 1929.
Aus den Unterlagen des Bauaktenarchivs geht hervor, dass das Objekt ursprünglich als Produktionsstätte zur Kleinabfüllung der VEB Lack- und Druckfarben genutzt wurde. Die letzten Bestandszeichnungen stammen aus den Jahren 1983 bis 1987; zu dieser Zeit erfolgte die Umnutzung in ein Verwaltungsgebäude der VEB Hydrogeologie. Zum Zeitpunkt des Erwerbs durch den Bauherrn in den Jahren 2008/2009 bestand bereits eine Zimmervermietung im Erdgeschoss sowie eine Hausmeisterwohnung.
Ziel der aktuellen Planung ist die Nutzungsänderung zu einer Beherbergungsstätte für obdachlose Personen sowie die hierfür erforderlichen baulichen Anpassungen. Grundlage bildeten zunächst eine Baulasteintragung aufgrund einer ungünstigen Grundstücksteilung sowie die Aufarbeitung historischer Planunterlagen und die baurechtliche Legalisierung bereits erfolgter Umbauten.
Der Umbau betrifft die Geschosse vom Erdgeschoss bis zum zweiten Obergeschoss. Insgesamt entstehen 56 Einzelzimmer. Für 20 Zimmer sind gemeinschaftlich genutzte Sanitärbereiche vorgesehen, während 36 Zimmer über eigene WC- und Duscheinheiten verfügen. Pro Etage werden zwei Gemeinschaftsküchen eingerichtet, ausgestattet mit Kochstellen, Waschmaschine und Trockner. Jeweils eine Küche wird als Aufenthalts- und Gemeinschaftsraum mit Sitzinsel und Fernseher ausgebildet, um den sozialen Austausch der Bewohner zu fördern.Im Erdgeschoss befinden sich vier barrierefreie Zimmer mit zugehörigen Bädern, darunter eine vollständig rollstuhlgerechte Einheit. Die Zugänge sind entsprechend schwellenlos gestaltet, in den barrierefreien Zimmern sind zusätzlich eigene Küchenzeilen vorgesehen.
Über alle Geschosse werden insgesamt drei unabhängige Flucht- und Rettungswege hergestellt, die entweder direkt zur Straße oder in den Innenhof führen. Im Hofbereich entsteht eine gemeinschaftlich nutzbare Außenfläche mit Sitzmöglichkeiten und Begrünung, die als sozialer Aufenthaltsraum und Kommunikationsort dient.