Das rund 90 Jahre alte Gebäude wurde im Laufe der Jahrzehnte von wechselnden Eigentümer:innen mehrfach nutzungsspezifisch umgebaut. Zuletzt war es in zwei separate Wohneinheiten unterteilt und sollte ursprünglich zugunsten eines Neubaus abgebrochen werden.
Durch eine grundlegende Neuordnung der kleinteiligen Bestandsstruktur konnte jedoch ein großzügiges Zuhause für eine junge Familie mit vier Kindern geschaffen werden. Der Baukörper wurde durch den Rückbau einzelner Anbauten verschlankt, die Fassaden erhielten durch einheitliche Fensterformate eine klare, ruhige Gliederung.
Die Neuorganisation der Grundrisse schafft eine deutliche Zonierung: Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinschaftlichen
Wohn-, Ess- und Aufenthaltsbereiche, während Ober- und Dachgeschoss den Schlaf- und Gästebereichen vorbehalten sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei das ehemalige, zuvor trennende Treppenhaus der Mietparteien, das nun als verbindendes Element zwischen den Geschossen fungiert. Ein durchgängiges Material- und Farbkonzept stärkt diesen vertikalen Zusammenhang zusätzlich.
Großzügige Verglasungen eröffnen den Blick in das angrenzende Naturschutzgebiet und ermöglichen den direkten Zugang von der Wohnebene auf die Terrasse und in den Garten.
Im Erdgeschoss entstand ein offener Wohnraum mit zentraler Küche als kommunikativem Mittelpunkt. Über eine großformatige Schiebeglastür gelangt man vom Essbereich auf die Terrasse mit Sitzstufen. Die schwellenlose Öffnung verbindet Innen- und Außenraum fließend und erweitert den Wohnbereich in den Garten.
Im Obergeschoss sind die Schlafzimmer angeordnet. Eine vom Kellergeschoss bis ins Dach reichende Treppengeländer-Konstruktion aus Stahl bildet ein prägnantes vertikales Gestaltungselement und verknüpft alle vier Ebenen miteinander. An ausgewählten
Stellen wurden vorhandene Materialien bewusst erhalten, um den Charakter des Bestands sichtbar zu bewahren. Die
Mansarddachkonstruktion wurde im Inneren teilweise freigelegt und als raumprägende Elemente in die Zimmer integriert.