Der Wunsch der Bauherr:innen war ein ebenerdiges, altersgerechtes Wohnhaus mit Reiterkammer, Sauna, großzügiger Garage und Einliegerwohnung. Die Raumhöhen sollten entsprechend der funktionalen Bedeutung differenziert ausgebildet werden. Ergänzend waren auf dem Grundstück ein offener Stall sowie eine Werkhalle vorgesehen. Das bestehende Wohnhaus befand sich in einem baufälligen Zustand und wurde zugunsten des Neubaus zurückgebaut.
Konzeptionell sollte die Idee eines Prairie House behutsam und zeitgemäß in die Brandenburgische Landschaft übertragen
werden. Charakteristische Elemente wie die ausgeprägte Horizontalität, die weit ausgreifende Gebäudestruktur und die gewalmten Dächer wurden aufgegriffen und neu interpretiert. Die Zentralität der historischen Vorbilder wurde hingegen bewusst aufgelöst: Anstelle einer zentralen Halle mit ineinanderfließenden Räumen bildet ein linearer Erschließungstrakt das organisatorische Rückgrat des Hauses.Dieser gliedert den Baukörper in drei annähernd gleich große Bereiche, die sich im Raumprogramm deutlich unterscheiden. Um langfristige Flexibilität zu gewährleisten, sind die einzelnen Gebäudeteile jeweils autark nutzbar. So bleiben unterschiedliche Szenarien denkbar – von Umnutzungen einzelner Bereiche, etwa der Garage zu Werkstatt oder Atelier, bis hin zur Nutzung durch mehrere Parteien oder einer späteren Aufstockung. Die daraus resultierende Staffelung der Dachlandschaft ermöglicht zugleich differenzierte Raumhöhen und gezielte Ausblicke in die Umgebung.
Von der Straße aus führt die Zufahrt wie eine amerikanische „Driveway“ über das Grundstück, vorbei an der Einliegerwohnung, direkt in die Garage. Entlang der Rückwand der Reiterkammer wird man in eine geschützte Eingangsnische geleitet. Der großzügige Eingangsbereich mit offener Balkendecke öffnet sich in einer klaren Blickachse über einen bepflanzten Patio hinweg ins Freie. Von hier aus erschließen sich die unterschiedlichen Bereiche des Hauses: Nach links führen die privaten Räume, geradeaus gelangt man in den Wohnbereich – den großzügigsten Raum des Hauses – mit weitem Ausblick über den Freisitz nach Südosten auf die Pferdekoppel sowie unter dem auskragenden Dach in den von Eichen geprägten Hof. Hinter dem zentral positionierten Ofen liegt ein geschützter Heimkinobereich. Alternativ besteht ein direkter Zugang von der Garage über einen Lagerraum in einen kompakten Verteilerkorridor zwischen Küche und Wohnzimmer. Von dort eröffnet sich eine lange Sichtachse, die vom Arbeitszimmer im privaten Bereich über den Patio bis zur Küche und weiter ins Freie reicht.