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Projektname: Denkmal 023
Ausführungszeitraum: 2023-2026
Gebäudetypologie: denkmalgeschützte Villa
Art des Auftrags: Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten

Team: Benjamin Meurer, Alexander Hey

Beschreibung
Das Grundstück befindet sich in Berlin-Buch und umfasst eine Fläche von rund 12.900 m². Es ist mit einem Einzelgebäude bebaut, dem sogenannten „Haus 28“, das Teil des Ludwig-Hoffmann-Quartiers ist. Die Anlage wurde zwischen 1909 und 1914 als Krankenhausensemble errichtet und steht heute als Bau- und Gartenensemble unter Denkmalschutz. In den vergangenen Jahren wurde das Areal behutsam zu einem gemischt genutzten Stadtquartier mit Wohnungen, Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen weiterentwickelt.

Beim Bestandsgebäude handelt es sich um einen vollunterkellerten Massivbau mit zwei Vollgeschossen sowie einem bislang nicht ausgebauten Dachraum. Seit dem Umbau in den Jahren 2009/2010 wird das Haus als Wohneinrichtung für beeinträchtigte Personen genutzt.

In einem ersten Schritt wurde eine kurzfristige Genehmigungsplanung zur Wiederherstellung der historischen Dachlandschaft erstellt. Diese umfasst die Rekonstruktion der ursprünglichen Dacheindeckung sowie den Wiederaufbau der charakteristischen Fledermausgauben. Die Gestaltung des Daches erfolgt dabei nach historischem Vorbild und in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde.

Darauf aufbauend wird in einem zweiten Schritt die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für den Ausbau des Dachgeschosses
erarbeitet, ebenfalls in enger denkmalpflegerischer Abstimmung.

Das außenliegende Treppenhaus wird hierfür als eigenständiger Baukörper behutsam erhöht. Die Ergänzung ist bewusst zeitgenössisch und zurückhaltend gestaltet, um sich klar von der neoklassizistischen Architektursprache des Bestands abzusetzen und zugleich formale Eigenständigkeit zu zeigen. Neue Dachöffnungen werden sparsam gesetzt und halten respektvollen Abstand zu den rekonstruierten Gauben. Durch Stahl-Lamellen in Ziegelfarbe treten die Dachflächenfenster als „versteckte Fenster“ optisch in den Hintergrund. Die repräsentative Südfassade zum Quartier bleibt unverändert.

Im Inneren entstehen im Dachgeschoss drei zusätzliche Zimmer sowie ein großzügiger Gemeinschaftsbereich mit offener Küche.